2012年4月9日星期一

Werther und ich...


Am chinesischen Neujahrfest 2012 bin ich nach Peking zurückgekommen. Jedes Mal, wenn ich nach Peking zurückkomme, besuche ich immer die Buchläden. Ich lese gern Bücher, aber es ist sehr schwer, in Vietnam chinesische Bücher zu kaufen. Jedes Mal kaufe ich so viel Bücher, dass mein Koffer oft übergewichtig ist. Dieses Jahr hatte ich ein neues Ziel: Bücher auf Deutsch. 


Als ich in Peking war, habe ich über 10 Bücher auf Deutsch gekauft. Außer verschiedenen Wörterbüchern sind auch Romane dabei gewesen. Davon mag ich am liebsten "Die Leiden des jungen Werther". Ich kann noch nicht einmal eine Seite davon verstehen, aber ich hatte keine Unschlüssigkeit, bevor ich das Buch gekauft habe. 


Ich habe vor 15 Jahren zum ersten "Mal Die Leiden des jungen Werther" gelesen, natürlich in chinesischer Übersetzung, als ich noch in der Mittelschule war. Ich war damals in ein Mädchen meiner Klasse verliebt. Aber ich hatte keinen Mut, es ihr zu sagen. Ich war deshalb sehr traurig. 


Ich hatte damals kein Internet, deshalb bin ich dann nach dem Unterrichtsende oft in den Buchladen gegangen. Ich hatte auch nicht so viel Geld, um Bücher zu kaufen. Deshalb habe ich oft nur in dem Buchladen die Bücher gelesen. Eines Tages habe ich in dem Buchladen das Mädchen, die ich liebte, getroffen. Ich habe zu dieser Zeit "Die Leiden des jungen Werther" gelesen. 


"Was liest du?", hat sie mich fragt.


"Die Leiden des jungen Werther", habe ich geantwortet.


"Ist es interessant?"


"Ja."




"Dann lese ich es auch." hat sie gesagt und das Buch zur Kasse gebracht. Dann hat sie den Buchladen verlassen, ohne ein "Tschüss".


Nach einer Woche habe ich noch einmal den Buchladen besucht und sie dort getroffen.


"Besuchst du diesen Buchladen einmal in der Woche?", hat sie gefragt.


"Also... das hängt davon ab, ob ich Lust habe. Wieso?", habe ich geantwortet.


"Nichts."


"Hast du das Buch fertig gelesen?"


"Das.. den Werther? Ja. So eine traurige Geschichte. Aber ich kann Werther verstehen. Man kann in diesem Fall nichts anders machen."


Nachdem ich fertig mit der Mittelschule war und an der Uni studiert habe, hat ein Freund mir von dem Mädchen erzählt.


Bevor sie in unsere Mittelschule gekommen ist, war sie in einer anderen Schule. Sie hatte dann mit mehreren Jungen eine Beziehung. Die Lehrer und ihre Eltern haben das nicht gemocht und sie gezwungen, in eine andere Schule zu gehen. 


"Aber sie sieht... anständig aus.", ich habe gesagt.


"Du siehst auch anständig aus."


"Ich bin wirklich anständig."


Das war das letzte Mal, dass ich mit andren das Mädchen erwähnt.